Fang, Transport & Schlachtung von Geflügel
MTG Vortragsprogramm 2026: Praktischer Fall: Vom Stall zum Schlachthof - Praxisnahe Einblicke in Fang, Transport & Schlachtung von Geflügel in Bayern Hauptvortrag: Wenn Innovation auf Tier trifft - Optimierung der Broilerverladung aus Sicht des Tierschutzes
Inhalt
Praktischer Fall: Vom Stall zum Schlachthof - Praxisnahe Einblicke in Fang, Transport & Schlachtung von Geflügel in Bayern
Referierende: Julia Brüggemann
Das Herausfangen, der Transport und die Schlachtung von Geflügel in Bayern erfolgen unter klaren rechtlichen Vorgaben und in geteilter Verantwortung zwischen landwirtschaftlichen Betrieben, Transporteuren und Schlachtunternehmen. Den Landwirtinnen und Landwirten ist es ein zentrales Anliegen, dass es den Tieren bis zuletzt gut geht und Verletzungen vermieden werden sowie Stress so gering wie möglich gehalten wird. Beim Fangen und Verladen kommen häufig Helferinnen und Helfer aus dem privaten Umfeld der Betriebe zum Einsatz, da diese Arbeitsschritte besondere Erfahrung, Sorgfalt und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren erfordern. Die Einhaltung der Tierwohl- und Tierschutzstandards wird durch regelmäßige Kontrollen der Veterinärbehörden überprüft.
Hauptvortrag: Wenn Innovation auf Tier trifft - Optimierung der Broilerverladung aus Sicht des Tierschutzes
Referierende: Helen Louton
Die Verladung von Masthühnern stellt einen tierschutzrelevanten und arbeitsintensiven Prozessschritt in der Geflügelproduktion dar. Trotz technischer Entwicklungen wird der überwiegende Teil der Tiere weiterhin manuell gefangen – eine Tätigkeit, die sowohl körperlich belastend als auch verletzungsanfällig für die Tiere ist. Vor diesem Hintergrund wurden in mehreren Forschungsprojekten die Auswirkungen des maschinellen Fangens im Vergleich zur manuellen Methode unter praxisnahen Bedingungen untersucht und beide Methoden optimiert. In insgesamt 3 Projekten wurden Verladegeschwindigkeit, Verletzungsraten sowie verhaltensbasierte Tierwohlindikatoren erfasst. Die maschinelle Verladung zeigte eine signifikant höhere Effizienz, war jedoch initial mit erhöhten Hämatomraten an den Flügeln verbunden. Schwere Verletzungen traten hingegen in beiden Systemen vergleichbar selten auf. Detaillierte Verhaltensanalysen belegten, dass insbesondere Fluchtreaktionen, Flügelschlagen und Anschlagen an Container das Verletzungsrisiko erhöhen. Im Rahmen des Projekts OptiFaMa wurden technische Optimierungen (u. a. modifizierte Förderbandstruktur, Softwareanpassungen, „Soft-Go“-Verfahren) sowie Managementfaktoren wie Bandgeschwindigkeit, Haltungsform und Jahreszeit systematisch untersucht. Dabei zeigte sich, dass sowohl technische Feinjustierung als auch Tiergesundheit, Haltungsbedingungen und Personalschulung entscheidend für das Verletzungsrisiko sind. Zudem konnte ein Zusammenhang zwischen fangbedingten Verletzungen und Verwurfsraten am Schlachthof nachgewiesen werden. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass maschinelles Fangen bei angepasster Technik und qualifiziertem Personal eine tierschutzgerechte Alternative darstellen kann. Gleichzeitig wird deutlich, dass Innovation allein nicht ausreicht – erst im Zusammenspiel von Technik, Tierverhalten und Management entsteht ein nachhaltiger Fortschritt für Tierwohl, Arbeitssicherheit und Wirtschaftlichkeit.
Fortbildungsanerkennung:
2 ATF-Stunden
Organisatorische Hinweise:
Präsenz sowie Online Teilnahme möglich.
Bitte nutzen Sie zur Online-Teilnahme folgenden Link:
https://lmu-munich.zoom-x.de/j/64459987305?pwd=ID554hbPh3BoSqbfzcUbi1uKeKApoP.1
oder folgende Einwahldaten: Meeting-ID: 644 5998 7305, Kenncode: 731806.
Nach erfolgreicher Online-Teilnahme senden Sie zum Erhalt der ATF-Teilnahmebescheinigungen bitte eine E-Mail mit Namen und Anschrift an mail@mtg1873.de.
Kosten:
Bitte beachten Sie, dass für Nichtmitglieder ein Unkostenbeitrag in Höhe von 20 Euro mit zuvor erfolgender Überweisung auf das MTG-Konto fällig wird.
Bankverbindung der MTG:
Münchner Bank e.G., IBAN DE56 7019 0000 0000 6303 22, BIC GENODEF1M01
Die Veranstaltungen des Tierärztlichen Bezirksverbandes sind veterinärmedizinische Fortbildungsveranstaltungen für approbierte Tierärztinnen und Tierärzte.